Lager & Bestand

Sicherheitsbestand im Onlineshop berechnen: Formel und Einflussgrößen

Laut uptain-Anleitung gibt es zwei Formeln für den Sicherheitsbestand: Sicherheitsbestand = ⅓ × Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit und Sicherheitsbestand = Sicherheitszeit ×…

Sicherheitsbestand berechnen: die beiden Formeln im Überblick

Laut uptain-Anleitung gibt es zwei Formeln für den Sicherheitsbestand: Sicherheitsbestand = ⅓ × Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit und Sicherheitsbestand = Sicherheitszeit × durchschnittlicher Tagesverbrauch. Beide ergeben einen Puffer in Stück, nutzen aber unterschiedliche Daten: Die erste setzt pauschal ein Drittel der im Beschaffungszeitraum abverkauften Menge an, die zweite multipliziert einen Zeitzuschlag mit dem Absatz pro Tag.

Die Variablen sind klar zuzuordnen. Der Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit ist die Stückzahl, die zwischen dem Auslösen der Bestellung und dem Einlangen der Ware im Lager verkauft wird. Die Sicherheitszeit ist ein zusätzlicher Zeitraum, der als Puffer über die reine Wiederbeschaffungszeit hinaus eingeplant wird. Der durchschnittliche Tagesverbrauch ist der auf einen Tag gerechnete Absatz des Artikels.

Welche Formel passt, hängt von der Datenlage ab: Wer den Absatz über den gesamten Beschaffungszeitraum aus dem Warenwirtschaftssystem ziehen kann, kommt mit der ⅓-Regel aus. Wer Lieferzeit und Tagesabsatz getrennt pflegt und den Puffer in Tagen steuern will, rechnet mit der Sicherheitszeit-Variante. Beide Rechenwege beziehen sich auf denselben Artikel und dieselbe Bezugsgröße; werden sie gemischt, sind die Ergebnisse nicht vergleichbar.

Vergleich der beiden Sicherheitsbestandsformeln

  • 1Formel — Sicherheitsbestand = ⅓ × Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit
  • 2Formel — Sicherheitsbestand = Sicherheitszeit × durchschnittlicher Tagesverbrauch

Einflussgrößen: Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit, Sicherheitszeit und Tagesverbrauch

Der Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit folgt aus Absatzgeschwindigkeit und Länge dieses Zeitraums: Verkauft der Shop pro Tag mehr Stück oder dauert die Beschaffung länger, steigt diese Größe – und in der ersten Formel auch der Sicherheitsbestand. Der Faktor ⅓ bleibt konstant, daher wirkt jede Veränderung des Beschaffungsverbrauchs proportional auf den Puffer.

In der zweiten Formel bestimmt die Sicherheitszeit die Pufferhöhe: Jeder zusätzlich eingeplante Tag erhöht den Sicherheitsbestand um genau einen durchschnittlichen Tagesverbrauch. Wird bei gleichem Tagesverbrauch die halbe Sicherheitszeit angesetzt, halbiert sich der Puffer.

Der durchschnittliche Tagesverbrauch ist die gemeinsame Mengenbasis: In die zweite Formel geht er direkt ein, in die erste indirekt über den Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit. Ein Saisonartikel mit stark schwankendem Tagesabsatz verändert beide Rechenwege – einmal über die kumulierte Menge im Beschaffungszeitraum, einmal über den als Durchschnitt angesetzten Tageswert. Beide Formeln kennen weder Servicegrad noch Verteilungsannahme; sie skalieren den Puffer ausschließlich über diese Größen.

Einflussgrößen auf den Sicherheitsbestand

  1. SicherheitszeitJeder zusätzliche Tag erhöht den Sicherheitsbestand um einen durchschnittlichen Tagesverbrauch – zentral für Formel 2
  2. Durchschnittlicher TagesverbrauchBasis für beide Formeln; bei saisonalen Artikeln schwankend – beeinflusst beide Berechnungen

Nettobestand abgrenzen: Bruttobestand minus reservierter Bestand

Die quivo-Formel lautet: Nettobestand = Bruttobestand – reservierter Bestand. Im Beispiel beträgt der Bruttobestand 1.000 Einheiten, 300 davon sind reserviert; daraus ergibt sich ein Nettobestand von 700 Einheiten. 1.000 ist die im Lager vorhandene Menge, 300 die bereits für Bestellungen gebundene, aber noch nicht ausgelagerte Ware.

Der Nettobestand beantwortet eine andere Frage als der Sicherheitsbestand. Er zeigt, wie viele Einheiten nach Abzug der Reservierungen für neue Käufe zur Verfügung stehen. Der Sicherheitsbestand ist eine Planungsgröße: ein Puffer, der abseits von Wiederbeschaffungs- und Sicherheitszeit berechnet wird und nicht für den laufenden Verkauf eingeplant werden soll.

Die beiden Zahlen sind nicht austauschbar. Im Beispiel stehen 700 Einheiten netto zur Verfügung; ob das reicht, hängt am Sicherheitsbestand aus Verbrauch, Sicherheitszeit und Tagesverbrauch. Ein Shop kann also einen Nettobestand ausweisen und trotzdem unter dem Sicherheitsbestand liegen – verfügbarer Bestand und Puffergröße sind getrennt zu rechnen und getrennt zu überwachen.

Rechenweg für den Onlineshop: Formeln und Beispiel zusammenführen

Schritt 1 – Daten je Artikel zusammenstellen: Wiederbeschaffungszeit aus Lieferanten- und Bestellhistorie, durchschnittlicher Tagesverbrauch aus den Abverkaufsdaten, Bruttobestand und reservierter Bestand aus dem Shopsystem. Reservierungen sind Einheiten, die bereits verkauft, aber noch nicht versendet oder abgeholt sind.

Schritt 2 – Sicherheitsbestand mit einer der beiden Formeln rechnen: entweder ⅓ × Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit oder Sicherheitszeit × durchschnittlicher Tagesverbrauch. Der Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit ist aus Absatz und Länge dieses Zeitraums abzuleiten; die Sicherheitszeit wird als Anzahl von Tagen angesetzt. Ein Rechenweg wird durchgehalten, damit die Werte über die Zeit vergleichbar bleiben.

Schritt 3 – Nettobestand separat ermitteln: Nettobestand = Bruttobestand – reservierter Bestand. Mit 1.000 Einheiten im Lager und 300 reservierten Einheiten sind das 700 Einheiten, die für neue Bestellungen zur Verfügung stehen. Diese 700 Einheiten sind keine Sicherheitsbestandsgröße, sondern der verfügbare Bestand.

Schritt 4 – beide Ergebnisse zusammenführen: Der Sicherheitsbestand aus Schritt 2 wird dem Nettobestand aus Schritt 3 gegenübergestellt. Unterschreitet der verfügbare Bestand den Puffer, ist der Puffer aufgebraucht und die Nachbestellung auszulösen; liegt der Nettobestand über dem Sicherheitsbestand, deckt der verfügbare Bestand den Puffer und darüber hinaus den laufenden Bedarf.

Da beide Formeln dieselben Grundgrößen verwenden, wirkt jede Datenänderung nachvollziehbar: Eine längere Lieferzeit erhöht den Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit und damit den Puffer; mehr Reservierungen senken den Nettobestand, ohne den Sicherheitsbestand zu verändern. Beide Kennzahlen gehören deshalb in dieselbe laufende Bestandsauswertung des Shops.

Zentrale Kennzahlen für die Lagerplanung

  • 1.000Bruttobestand
  • 300Reservierter Bestand

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